Die Geschichte von Moving Spirits, jetzt komplett:

Die Geschichte handelt von meinem Vater und von mir. Mein Vater arbeitete als Zwangsarbeiter in Deutschland. Eine sichtbare Erinnerung war die amputierte Spitze seines kleinen Fingers. Eine unsichtbare Erinnerung war sein verstümmeltes Gehirn. Es kam zu vielen geistigen und körperlichen Misshandlungen, zum Beispiel, dass mein Rücken mit einem eisernen Staubsaugerschlauch bearbeitet wurde, bis meine Mutter schließlich rief: "Wim, hör auf, du schlägst ihn zu Tode!" Der Einfluss auf meine Wirbelsäule ist immer noch spürbar. Die Auswirkungen auf mein eigenes Gehirn sind ebenfalls immer noch spürbar, aber größtenteils unterdrückt. Fragmente, die gelegentlich an die Oberfläche schweben, bleiben schmerzhaft. Wenn ich älter werde, scheint es intensiver zu werden, aber ich fühle mich sicher und umgeben von meiner schönen Frau und meinen Kindern. Deshalb wähle ich immer das "Jetzt" und nicht das "Dann". Und das ist gut so. Es gibt kein "zugrunde liegendes" geistiges Leiden.    

Er hatte natürlich eine Entschuldigung. Seine Berührungen mit dem Tod - Leichen nach Bombenangriffen in Kassel aufräumen - und alles andere, was passiert ist. Seine Verwandten mit strengen katholischen Sitten halfen ihm nicht wirklich, als er aus Deutschland zurückkam. "Also, du bist zurück, da ist deine Schürze bei der Arbeit". Am Ende seines Lebens konnte er nur noch weinen. Wir haben geweint, aber anders. 

Das ist in der Musik. Wie in dem Moment, in dem jemand vor seinen Augen stirbt, hört er von diesem Moment an Stimmen in seinem Kopf. Ich denke, auch sein Charakter hat sich verändert. Er litt wahrscheinlich am Stockholm-Syndrom. Seine Vorliebe für die Deutschen, so bald nach dem Krieg, war bemerkenswert.

Der Titel 'Moving Spirits' ist schwer zu erklären. Es ist ein Familiendrama, das immer wieder an die Kriegsopfer der nächsten Generation, 1. Generation, 2. Generation weitergegeben wird. Gegen Ende dieser Arbeit hört man das Ziehen dieses Schmerzes. Für ihn, für mich. Was ich hoffe, hat mit mir geendet. Die Aussage von Viktor Frankl hilft mir dabei: Wenn wir eine Situation nicht mehr ändern können, müssen wir uns selbst ändern. Solche Musik zu schreiben hilft ziemlich viel. 

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